
"MALINA"
Durch tiefen Schmerz zu großer Kraft.
"MALINA"
Through deep pain to great strength.
2023.02EW │ Ein Wolff │ 15 × 18 cm │3,5 kg│ Öl auf Karton │ Massivholzrahmen
2023.02EW │ A Wolff │ 15 × 18 cm │3,5 kg│ Oil on cardboard │ Solid wood frame
Inspiriert und gewidmet: Malina H. geb.: 1989
Malina, ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich sie zum ersten Mal sah.
Ihr Gesicht war makellos, ihre Haut wirkte so pudrig zart wie Porzellan. Sie war groß und gerade gewachsen, hatte türkisfarbene Augen und hob sich optisch von allen andern Mädchen ab, die ich bisher je gesehen hatte. Sie schien ruhig und zurückhaltend zu sein und dennoch strahlte sie eine Selbstsicherheit aus, die eine unergründliche Tiefe besaß.
Für eine Woche würden wir gemeinsam auf einer FSJ-Schulung im Hohenloher Wald sein. Zu der Zeit war ich gerade 21 Jahre alt. Wir hatten etwa dasselbe Alter und waren gemeinsam mit rund 30 weiteren FSJ-lern in der wirklich idyllischen Jugendherberge untergebracht. Wie es das Schicksal so wollte, wurde uns derselbe Schlafsaal zugeteilt und da wir beide die oberen Matratzen der nebeneinander stehenden Hochbetten bezogen, waren wir sozusagen Nachbarinnen.
Wir waren völlig Fremde, aber verstanden uns vom ersten Augenblick an wie gute alte Freunde. Wir waren Freundinnen für den Moment. Unsere Leben hatten keine Berührungspunkte, weder beruflich, geografisch noch privat hatten wir irgendwelche Überschneidungen. Nur für diese sieben Tage trafen unsere Lebenswege aufeinander und wir konnten einen kleinen Einblick in das Leben der jeweils Anderen werfen. Eines ist mir gleich positiv aufgefallen – Ihr mitreißendes Lachen. Sie hatte so einen trockenen, seltsam sympathischen, unmöglich frechen Humor, der genau den meinen auf derselben Wellenlänge traf. Kaum einem Vortrag konnten wir zuhören, ohne in unterdrücktes Gelächter auszubrechen, ja wir lachten Tränen vor Freude, wir hielten uns die Bäuche, denn mit Ihr an meiner Seite jagte eine witzige Heiterkeit die nächste. Ein Blick von ihr genügte und ich prustete los. Kaum eine Schulungszeit in meinem Leben hatte mir so viele Lachbauchschmerzen beschert wie diese. Was waren das für herrliche Tage, denn was gibt es im Alltag Besseres als gemeinsam so richtig hemmungslos zu lachen?
Am vorletzten Abend hatten wir Freizeit, welche die meisten für ein lockeres Beisammensein, eine Runde Billard, Tischkicker oder einen Filmabend im Gemeinschaftsraum nutzten. Wir zwei hatten gut gegessen und keine Lust auf die Anderen. So nahmen wir uns eine Kanne Tee und zwei Tassen mit in den Schlafsaal und machten es uns jede auf ihrem Hochbett gemütlich. Da Malina nebenberuflich als Model arbeitete, wollte sie mir ein paar ihrer Make-up-Produkte zeigen und wir wollten uns etwas über Schminken und Styling austauschen. Eben die ganz typischen Frauenthemen, die man so mit 21 zu besprechen hat.
Bis heute kann ich nicht sagen, wie zur Hölle wir zu diesem Themawechsel gekommen sind. Wie wir den fliegenden Wechsel von oberflächlichem, belanglosem Mädelskram hin zu dem sehr privaten, todernsten Tabuthema machen konnten. Wie etwas so kippen kann, bleibt mir ein Rätsel, ein Wort folgte dem anderen und so kam es, dass eines der Worte wohl die Richtung ungeplant plötzlich in eine völlig andere Richtung lenkte.
"Mir ist so viel Schlimmes passiert … Ich bin so wütend und so traurig"
Als sie diesen Satz sagte, so ruhig, so klar, so endgültig, spürte ich, wie sich mir die Haare im Nacken aufstellten und mein Körper sich unmerklich anspannte. Ich wusste, dass das, was Sie sagte, wahr ist. Ihr war Schlimmes passiert und ich würde gleich erfahren, was schlimm wirklich bedeutet. Der Raum war plötzlich kälter als zuvor. Sie sah mir kurz abschätzend in die Augen. Es war ein prüfender Blick, nur eine Millisekunde lang, doch ich wusste, sie hatte in meinen Augen das erkannt, wonach sie Ausschau gehalten hatte. Sie nickte unmerklich, kreuzte Ihre Beine in den Schneidersitz und begann zu erzählen.
Malina war gerade elf Jahre alt geworden, als sie den Tod ihrer Zwillingsschwester mit eigenen Augen mit ansehen musste. Zuerst war es herrlich gewesen, das Meer rauschte, die Sonne strahlte ihr von einem wolkenlosen Himmel entgegen, sie stand am Strand und grub ihre Zähen in den warmen Sand. Nur ein paar Schritte von ihrer Mutter entfernt, die mit gezückter Digitalkamera scheinbar gut gelaunt ein Foto nach dem andern knipste. Sie schauten beide hinaus auf die azurblauen Wellen, denn dort setzte sich ihre Zwillingsschwester gerade auf einen Jetski, mit wenig Begeisterung nahm sie hinter einem unförmigen Mann in viel zu kleiner Badehose Platz, etwas zu bestimmt zog er ihre schmalen Ärmchen um seinen wuchtigen Rumpf und deutete ihr somit an, sich ja gut festzuhalten. Es war das Klischee von Touristenaktivität, die es an jeden Strand zu buchen gab - Weste darüber und ab geht die Fahrt, der schnelle Motorspaß auf dem Wasser.
Malina stand teilnahmslos da und schaute hinüber zu ihrer Schwester, die gezwungenermaßen tat wie ihr geheißen. Kein freudiges Kinderlächeln, kein Glanz in den Augen, trotz des bevorstehenden Urlaubs-Highlights. Der Jetski setzt sich ruckartig in Gang, der Motor war zu hören, Wassergischt spritzte, sie zogen ein paar ruppige Runden im klaren Blau des Meeres. Die Mutter winkte und knipste eifrig drauflos.
Malinas Blick wanderte gelangweilt über den weitläufigen Sandstrand, sie sah andere Familien, hörte Kinder lachen, ein bunter, aufblasbarer Ball flog an ihr vorbei … die salzige Prise Meeresluft fuhr ihr durchs Haar, sie strich es sich aus den Augen.
Sie dachte an nichts Bestimmtes, als sie die Schreie hörte, es waren die Schreie ihrer Mutter, die Digitalkamera hatte sie fallen lassen. Malina hatte Ihre Stimme kaum erkannt, denn diese Art von Schrei war anders. Sie suchte den Grund für ihr Schreien und als ihre Augen erfassten, was die Ursache war, konnte sie das Bild nicht glauben. Es war als sähe sie einen Film, … rot, so viel rot, es leuchtete, als hätte jemand einen Eimer Farbe umgelernt. Sie begann zu laufen, immer schneller, sie stolperte über ihre eigenen Füße, fiel hin, stand auf, rannte weiter bis sie da war. Sie stand neben Ihrer Mutter, die kniete im seichten Wasser, das Wasser, es war nicht mehr klar, es war nicht mehr blau, es war rot. Malina blinzelte die Tränen weg, die ohne Unterlass einfach aus Ihren Augen strömten, sie sah nur noch verschwommen. Menschen umringten sie, alle schrien und redeten durcheinander, das Entsetzen war greifbar, wie eine Wolke, die alle Anwesenden verschluckte. Ihre Schwester, oder viel mehr das, was von ihr übrig war, lag in den Armen ihrer Mutter. Sie lebte, sie lebte noch, es war klar, dass es nicht mehr lange so sein würde, doch allein die Tatsache, dass sie noch lebte, machte die Situation unerträglich. Grausamer kann es nicht sein, die letzten Minuten, die sie hatte, rissen Malinas Herz in Stücke. Der Stiefvater kam langsam ans Ufer, er hatte sich nur leichte Verletzungen zugezogen und stand allem Anschein nach unter Schock. Malina kniete nun neben ihrer Schwester. Sie sahen sich ein letztes Mal in die Augen und dann sahen sie sich nie wieder. Ihre Schwester war vom Jetski gefallen und mit dem Kopf in die Motorschraube gekommen. Der Stiefvater hatte eine Welle zu schwungvoll genommen, so, dass das Mädchen hinuntergefallen war, durch ein ungeschicktes Fehlverhalten hat er dann gänzlich die Kontrolle über die Maschine verloren, war quasi über das Kind gefahren, dann hat er fast noch eine weite Person verletzt und ist samt Jetski in einer großen Welle gekentert, wobei er sich die Schulter geprellt hatte.
Malinas Schwester starb noch am Strand, kein Notarzt der Welt hätte das verhindern können, die Verletzungen waren zu groß.
Malina sah mich an, sie weinte nicht, sie sah nur unfassbar traurig aus. Ich hatte aufgehört zu atmen. Ich wollte, dass es gelogen ist, dass so etwas niemals einem Menschen passiert. Doch wusste, dass es genauso gewesen sein musste. Diese Frau vor mir hatte es erlebt, sie war dabei und mir war so verdammt schlecht. Ich wollte mich übergeben, doch ich war unfähig, in irgendeiner Art zu reagieren. Ich selbst habe eine Schwester, ich liebe sie so wie mich selbst und wir sind keine Zwillinge. Ich musste unwillkürlich daran denken, wenn das mir und meiner kleinen Schwester passiert wäre … und begann zu weinen. Nur zwei entsetzte Schluchzer und eine Träne. Dann presste ich mir die Hände vor den Mund und legte ihr mit den Worten: "Es tut mir so, so sehr leid!" meine Hand auf die Schulter.
Sie nickte,
„Mir tut es auch so leid.“
Antwortete sie mit traurigen Augen.
``Aber das war noch nicht alles …‘‘
Trotz des Verlustes Ihrer geliebten Schwester war sie erleichtert. Sie war froh gewesen, dass sie hat gehen dürfen, egal wo sie nun war. Sie war an einem besseren Ort und sie würde ihren Frieden finden. Ihre Schwester war endlich frei. Ich wusste nicht, wie man das nur so empfinden konnte und weil Malina mir ansehen konnte, dass ich diese Auffassung nicht begreifen konnte, begann sie alles zu erzählen. Ihre Schwester war die Auserwählte ihres Stiefvaters gewesen, sein Liebling. Und eines konnte ich glauben: Sein Liebling hat niemals ein Kind sein wollen!
Denn sein kleiner Liebling war 6 Jahre alt, als er sie zum ersten Mal nachts in ihrem Kinderzimmer besuchte. Die Zimmerwand zu Malinas Zimmer war sehr dünn und zu Beginn konnte Malina die unterdrückten Schmerzensschreie ihrer Schwester hören. Mit den Jahren wurde die Schreie weniger, manchmal war es nicht viel mehr als ein stilles Wimmern. Malina hatte so Angst um ihre Schwester, doch auch um sich selbst, weshalb sie sich niemals getraut hatte hinüberzugehen, um ihrer Schwester zu helfen, oder um nachzusehen, was genau im Nachbarzimmer passierte.
Malina war sich sicher, dass auch ihre Mutter die Schreie, das Poltern und die Schläge gehört hatte, doch am nächsten Morgen saßen sie alle wie immer am Frühstückstisch, ohne auch nur ein Wort darüber zu sprechen. Der Stiefvater war launisch und schlug bei jeder Gelegenheit zu, so feste er konnte, auch Malina hat er geschlagen, weil sie einmal die Milch verschüttet hatte. Ihre Mutter prügelte er regelmäßig so lange, bis sie regungslos am Boden lag. Malina wusste, dass sie alle drei Angst vor ihm hatten. Doch Ihre Schwester hatte das schlimmste Los gezogen. Ein erwachsener Mann, ein Pädophiler, verging sich regelmäßig an ihr, immer unter Gewaltandrohung. Auch wusste Malina, dass er ihre Schwester öfters mal am Wochenende zu Geschäftsreisen mitnahm, von denen sie immer mit schweren Blutergüssen zurückkam. Einmal hatte sie sie gefragt, was passiert sei und wo sie genau gewesen sei. Ihre Schwester hatte sofort mit einer Abwehrhaltung reagiert. Sie hatte ihr aber gesagt, dass er sie zu fremden Leuten brachte, die nahmen sie dann mit dem Auto mit, aber sie wusste nicht, wohin, und dann waren da noch viel mehr Leute, die ihr alle ganz schlimm wehtaten. Doch sie dürfte das niemals jemand verraten, weil er sie sonst umbringen würde. Die Angst war so übermächtig, niemals hätte das Kind auch nur eine Sekunde nach Hilfe oder einem Ausweg gesucht! Sie war gefangen, ein Spielzeug für die Perversion und abartigen Gelüste eines pädophilen Sadisten. Kein Ausweg in Sicht.
Fünf Jahre lang war diese Grauen ihr Alltag, bis sie mit 11 Jahren ihren Ausweg in die Freiheit fand.
Malina war selbst ein Kind und mit dem pragmatischen Blick eines Kindes war es für sie erleichternd zu wissen: Ihre Schwester war nun in Sicherheit. Doch für Malinas Mutter war dies das Schlimmste überhaupt. Sie wusste ganz genau, dass sie es war, die einen Pädophilen in die Nähe ihrer Kinder gebracht hatte, sie hatte das Grauen durch die Haustüre hereingebeten und damit den Horror über Ihr Baby gebracht, sie hatte das Leben eines ihrer Kinder zerstört, weil sie es zugelassen hatte, weil sie all die Jahre weggesehen hatte! Die Schuldgefühle wurden zu Depressionen und nur drei Monate nach dem Tod ihrer Schwester erhängt sich Malinas Mutter im Hausflur. Da der Stiefvater nicht mit Ihr verheiratet war, kam Malina in die Obhut ihrer Großeltern, und für fast fünf Jahre lang führte sie ein beinahe normales Leben.
War es absolute Bösartigkeit oder einfach nur die Verbitterung eines gestörten Geistes.... dass der Stiefvater nicht aushielt, dass die Zwillingsschwester seines Lieblingsopfers, weiterlebte und das sogar in Liebe und Geborgenheit? Denn er lauerte ihr immer wieder auf, um sie einzuschüchtern, ihr Angst zu machen. Nun drohte er, dass er ihr alles nehmen könnte, wenn er es wollte.
So kam es, dass er eines Tages, davon ist Malina überzeugt, seine Drohung war, machte. Sie war sechzehn Jahre alt und kam gerade aus der Schule. Sie stieg aus dem Schulbus, die Haltestelle nur ein paar Meter von dem Haus ihrer Großeltern entfernt. Sie roch den Geruch von Verbranntem, es sah aus als tanzten winzige Schneeflocken im milden Spätsommer Wind, aber es war kein Schnee, es war Asche …
Im Erkennen dessen hörte sie die Geräusche, Wasser, Menschen riefen wild durcheinander, drei Feuerwehrfahrzeuge standen vor dem Haus, welches sie ihr Zuhause nannte.
Weg … alle waren weg ...
Jetzt hatte sie alles verloren, ihre Schwester, ihre Mutter und ihre Großeltern, die in diesem Brand umkamen. Sie war allein. Sie konnte nie ihren Verdacht der Brandstiftung durch den Stiefvater beweisen, genau so wenig, dass er ein perverser Kinderschänder war. Wahrscheinlich waren seine Straftaten weitaus schlimmer als das, was sie erahnte, von Menschenhandel in Verbindung mit organisierter Gewalt an Kindern, sexuellem Missbrauch bis hin zu Mord - war das alles nur die Spitze des Eisberges?!
Das ist es, was Malina am wütendsten macht, dass alle tot waren, die sie liebte und dass er, dieser ekelhafte Verbrecher, damit durchgekommen ist. Er darf weiterleben und weitermachen, niemand hält ihn auf.
Malina kam in eine Pflegefamilie und das war der Moment, in dem sich das Blatt in ihrem Leben wendete. Sie kam in eine großartige Familie, weitab von ihrer alten Heimat und begann ein völlig neues Leben. Ihre Pflegeeltern waren liebevoll und gutmütig, der Vater Anwalt, die Mutter Architektin, sie zeigten ihr eine andere Welt. Eine Welt, die Ihr bis dahin verwehrt gewesen war, voller Unterstützung, Zuspruch, Hilfe, Respekt und Möglichkeiten, die sie zuvor nie gesehen hatte. Vor allem aber gaben sie ihr Hoffnung und ein Ziel.
Sie lernte anders zu denken und anders zu fühlen, sie entdeckte ihr Talent und arbeitete hart für ihren Traum. Realschule, Abitur und schließlich erfolgreiches Studium. Denn sie hatte ihre Bestimmung gefunden…
Malina wollte stärker werden als alle Bösen, sie wollte Richterin werden und gnadenlos über die Täter richten. Sie wollte für Gerechtigkeit kämpfen, an höchster Stelle stehen und selbst die größte Macht im Raum besitzen. Sie wollte Opfern wahrhaftig helfen und die erste Richterin sein, die in den Schuhen der Betroffenen stehen konnte, um für sie im Namen des Gesetzes einzustehen.
Durch ihre Pflegeeltern lernte sie, was Liebe bedeutet und sah, wie eine gesunde Beziehung auf Augenhöhe aussieht. Durch deren Vorbild konnte sie Vertrauen in sich selbst, aber auch in andere Menschen erlernen.
Heute ist Malina vierunddreißig Jahre alt, sie ist eine der erfolgreichen Anwältin in ganz Süddeutschland und hat mehr als nur einen Täter für schuldig verurteilt. Sie ist glücklich verheiratet, hat drei gesunde Kinder und lebt in einem schönen Haus am Stadtrand von München. Sie hat ihren Namen geändert, sich eine eigene Familie aufgebaut und ist finanziell frei. Natürlich gibt es da einen kleinen Teil in ihr, der für immer gebrochen bleibt, und es gibt immer wieder mal Situationen, die sie triggern, so dass sie plötzlich hoch emotional, aggressiv und heftig reagiert. Doch ihr Mann liebt sie mit ihren schönen und weniger schönen Seiten und er ist da - in ihren schwachen Momenten. Natürlich kann er ihr diese nicht abnehmen, aber er kann damit leben und das ist genug!
Sie redet nicht oft über ihre Vergangenheit, sie lebt im Jetzt mit Blick in die Zukunft gerichtet, für ihre Kinder, ihren Mann und sich selbst. Sie hat in meinen Augen aus ihrem Leben ein absolutes Meisterwerk gemacht, sie hat es mit den Farben gemalt die ihr zur Verfügung standen und es ist wunderschön. Ja, sie ist schlimm und ja, sie macht betroffen. Aber sie schenkt auch Hoffnung und den Beweis, dass Träume wahr werden können, wenn man bereit ist, sie sich zu holen. Somit ist meiner Meinung nach Malinas Geschichte eine der größten Erfolgsgeschichten, die unsere Zeit zu bieten hat!
Was Malina anderen Betroffenen sagen möchte: ‘‘Gebt niemals auf, die Zeit ist auf eurer Seite, denkt an eure Träume so lange, bis sie zu eurer Wirklichkeit werden. Diese Welt hat Freiheit im Überfluss. Holt sie euch - sie steht euch zu!``
Inspired and dedicated to: Malina H. born: 1989
Malina, I still remember the exact moment when I saw her for the first time.
Her face was flawless, her skin looked as powdery soft as porcelain. She was tall and straight, had turquoise eyes and stood out visually from all the other girls I had ever seen. She seemed quiet and reserved, yet she radiated a confidence that had an unfathomable depth.
For one week, we would be together on an FSJ training in the Hohenlohe Forest. At the time, I was just 21 years old. We were about the same age and we were accommodated together with about 30 other FSJ-lers in the really idyllic youth hostel. As fate would have it, we were assigned the same dormitory and since we both occupied the top mattresses of the bunk beds next to each other, we were neighbors.
We were complete strangers, but understood each other from the first moment like good old friends. We were friends for the moment. Our lives had no points of contact, neither professionally, geographically nor privately did we have any overlap. Only for these seven days did our lives meet and we were able to get a glimpse into each other's lives. One thing struck me right away in a positive way - her infectious laugh. She had such a dry, oddly sympathetic, impossibly cheeky sense of humor that exactly matched mine on the same wavelength. We could hardly listen to a lecture without bursting into suppressed laughter, we laughed tears of joy, we held our bellies, because with her at my side, one witty hilarity followed the next. One look from her was enough and I snorted. Hardly any training period in my life had given me so many laughing bellies as this one. What wonderful days those were, because what could be better in everyday life than laughing together without restraint?
On the penultimate evening we had free time, which most used for a casual get-together, a round of billiards, table football or a movie night in the common room. The two of us had eaten well and had no desire to see the others. So we took a pot of tea and two cups with us to the dormitory and each made ourselves comfortable on her bunk bed. Since Malina worked part-time as a model, she wanted to show me a few of her makeup products and we wanted to exchange something about makeup and styling. Just the typical women's topics that one has to discuss with 21 years old.
To this day, I can't tell you how the hell we got to this change of topic. How we could make the flying switch from superficial, trivial girly stuff to the very private, deadly serious taboo topic. How something can tip like that remains a mystery to me, one word followed the other and it so happened that one of the words probably unplanned suddenly steered the direction in a completely different direction.
"So much bad has happened to me ... I am so angry and so sad".
When she said that sentence, so calmly, so clearly, so definitively, I felt the hairs on the back of my neck stand up and my body tense imperceptibly. I knew what She was saying was true. Bad things had happened to her and I was about to find out what bad really meant. The room was suddenly colder than before. She looked me in the eye appraisingly for a moment. It was a scrutinizing look, only for a millisecond, but I knew she had recognized in my eyes what she had been looking for. She nodded imperceptibly, crossed her legs cross-legged, and began to tell me.
Malina had just turned eleven when she witnessed the death of her twin sister with her own eyes. At first it had been wonderful, the sea roaring, the sun beaming down on her from a cloudless sky, she stood on the beach and dug her teeth into the warm sand. She stood on the beach, digging her teeth into the warm sand, just a few steps away from her mother, who seemed to be in a good mood, snapping one photo after another with her digital camera at the ready. They both looked out at the azure waves, because there her twin sister was just getting on a jet ski, with little enthusiasm she took a seat behind a shapeless man in much too small swimming trunks, a little too determinedly he pulled her narrow little arms around his bulky torso and thus indicated to her to hold on tight. It was the cliché of tourist activity that could be booked at any beach - vest over it and off it goes, the fast motor fun on the water.
Malina stood impassively and looked over at her sister, who forced herself to do as she was told. No joyful child's smile, no sparkle in her eyes, despite the upcoming vacation highlight. The jet ski jerked into gear, the engine could be heard, water spray splashed, they took a few rough laps in the clear blue of the sea. The mother waved and snapped away eagerly. Malina's gaze wandered boredly over the expansive sandy beach, she saw other families, heard children laughing, a colorful inflatable ball flew past her ... the salty pinch of sea air ran through her hair, she brushed it out of her eyes.
She was thinking of nothing in particular when she heard the screams, they were her mother's screams, the digital camera had dropped her. Malina had hardly recognized her voice, because this kind of scream was different. She searched for the reason for her screaming and when her eyes caught what the cause was, she couldn't believe the image. It was like she was seeing a movie, ... red, so much red, it glowed as if someone had re-learned a bucket of paint. She started running, faster and faster, she tripped over her own feet, fell down, got up, kept running until she was there. She stood next to her mother, who was kneeling in the shallow water, the water, it was no longer clear, it was no longer blue, it was red.
Malina blinked away the tears that just streamed out of her eyes without stopping, she could only see blurry. People surrounded her, all screaming and talking in confusion, the horror was palpable, like a cloud that swallowed all those present. Her sister, or rather what was left of her, was in her mother's arms. She was alive, she was still alive, it was clear that it would not be for much longer, but the very fact that she was alive made the situation unbearable. It couldn't be more cruel, the last few minutes she had tore Malina's heart to pieces. The stepfather slowly came to shore, he had sustained only minor injuries and was by all appearances in shock. Malina now knelt beside her sister. They looked into each other's eyes one last time and then never saw each other again. Her sister had fallen off the jet ski and hit her head in the propeller. The stepfather had taken a wave too momentum, so that the girl had fallen down, by a clumsy misbehavior he had then completely lost control of the machine, had virtually driven over the child, then he had almost injured another far person and has capsized together with jet ski in a big wave, whereby he had bruised his shoulder.
Malina's sister died still on the beach, no emergency doctor in the world could have prevented it, the injuries were too great.
Malina looked at me, she wasn't crying, she just looked incredibly sad. I had stopped breathing. I wanted it to be a lie, that such a thing would never happen to a human being. But knew it must have been the same. This woman in front of me had experienced it, she was there and I felt so damn sick. I wanted to throw up, but I was unable to react in any way. I myself have a sister, I love her as I love myself and we are not twins. I couldn't help thinking if this had happened to me and my little sister ... and I began to cry. Just two horrified sobs and one tear. Then I pressed my hands in front of my mouth and put my hand on her shoulder with the words, "I'm so, so sorry!"She nodded,
"I'm so sorry too."
She replied with sad eyes.
``But that was not all ...''
Despite the loss of your beloved sister, she was relieved. She had been glad that she had been allowed to go, no matter where she was now. She was in a better place and she would find her peace. Her sister was finally free. I didn't know how anyone could feel this way, and because Malina could tell I couldn't comprehend this view, she began to tell everything. Her sister had been her stepfather's chosen one, his favorite. And one thing I could believe: his darling never wanted to be a child!
For his little darling was 6 years old when he first visited her at night in her nursery. The wall to Malina's room was very thin and in the beginning Malina could hear her sister's suppressed cries of pain. Over the years the cries became less, sometimes it was not much more than a silent whimper. Malina was so afraid for her sister, but also for herself, which is why she had never dared to go over to help her sister, or to see what exactly was happening in the next room.
Malina was sure that her mother had also heard the screams, the rumbling and the beatings, but the next morning they all sat at the breakfast table as usual without saying a word about it. The stepfather was capricious and hit as hard as he could at every opportunity, he also hit Malina because she had spilled the milk once. He regularly beat her mother until she lay motionless on the floor. Malina knew that all three of them were afraid of him. But your sister had drawn the worst of lots. A grown man, a pedophile, regularly molested her, always under threat of violence. Malina also knew that he often took her sister on weekend business trips, from which she always returned with severe bruises. Once she had asked her what had happened and where exactly she had been. Her sister had immediately reacted with defensiveness. She had told her, however, that he took her to meet strangers, they then took her by car, but she didn't know where, and then there were many more people, all of whom hurt her very badly. But she would never be allowed to tell anyone, because otherwise they would kill her. The fear was so overwhelming, never for a second would the child have looked for help or a way out! She was trapped, a plaything for the perversion and deviant desires of a pedophile sadist. No way out in sight.
For five years this horror was her everyday life, until she found her way to freedom at the age of 11.
Malina was a child herself, and with a child's pragmatic eye, it was a relief for her to know: Her sister was now safe. But for Malina's mother, this was the worst thing of all. She knew perfectly well that it was she who had brought a pedophile near her children, she had invited the horror in through the front door, bringing horror upon her baby, she had destroyed the life of one of her children because she had allowed it, because she had looked the other way all these years! The guilt turned to depression and just three months after her sister's death, Malina's mother hanged herself in the hallway. Since her stepfather was not married to her, Malina was placed in the care of her grandparents, and for almost five years she led an almost normal life.
Was it absolute malice or simply the bitterness of a disturbed mind.... that the stepfather could not stand that the twin sister of his favorite victim, lived on and that even in love and security? Because he was always lying in wait for her to intimidate her, to scare her. Now he threatened that he could take everything from her if he wanted to.
So it happened that one day, Malina is convinced, he made his threat was. She was sixteen years old and had just come from school. She got off the school bus, the stop just a few meters from her grandparents' house. She smelled the smell of burning, it looked like tiny snowflakes dancing in the mild late summer wind, but it wasn't snow, it was ash ...
Recognizing this, she heard the sounds, water, people shouting wildly, three fire trucks parked in front of the house she called home.
Gone ... everyone was gone ...
Now she had lost everything, her sister, her mother and her grandparents who perished in this fire. She was alone. She could never prove her suspicions of arson by the stepfather, just as she could never prove that he was a perverted child molester. Probably his crimes were far worse than what she guessed, from human trafficking combined with organized violence against children, sexual abuse to murder - was it all just the tip of the iceberg?!
This is what makes Malina most angry, that everyone she loved was dead and that he, this disgusting criminal, got away with it. He gets to live on and go on, no one stops him.
Malina came to a foster home and that was the moment when the tide turned in her life. She came to a great family, far from her old home and started a completely new life. Her foster parents were loving and kind, her father a lawyer, her mother an architect, they showed her a different world. A world that had been denied her until then, full of support, encouragement, help, respect and opportunities that she had never seen before. Above all, they gave her hope and a purpose.
She learned to think differently and feel differently, she discovered her talent and worked hard for her dream. Secondary school, high school graduation and finally successful studies. Because she had found her destiny...
Malina wanted to become stronger than all the bad guys, she wanted to become a judge and judge the perpetrators mercilessly. She wanted to fight for justice, to be in the highest position and to have the greatest power in the room herself. She wanted to truly help victims and be the first judge who could stand in their shoes to stand up for them in the name of the law.
Through her foster parents she learned what love means and saw what a healthy relationship at eye level looks like. Through their example, she was able to learn trust in herself, but also in other people.
Today Malina is thirty-four years old, she is one of the most successful lawyers in all of southern Germany, and she has found more than one offender guilty. She is happily married, has three healthy children and lives in a beautiful house on the outskirts of Munich. She has changed her name, built her own family and is financially free. Of course, there is a small part of her that remains forever broken, and every now and then there are situations that trigger her, so that she suddenly reacts highly emotionally, aggressively and violently. But her husband loves her with her beautiful and less beautiful sides and he is there - in her weak moments. Of course he can't take them away from her, but he can live with them and that is enough!
She doesn't often talk about her past, she lives in the now looking to the future for her children, her husband and herself. She has made an absolute masterpiece of her life in my eyes, she has painted it with the colors that were available to her and it is beautiful. Yes, it is terrible and yes, it is affecting. But it also gives hope and proof that dreams can come true if you are willing to go for them. Thus, in my opinion, Malina's story is one of the greatest success stories our time has to offer!
What Malina would like to say to other sufferers: ''Never give up, time is on your side, keep thinking of your dreams until they become your reality. This world has freedom in abundance. Get it - it's yours for the taking!